Presseinfos
09.12.2006
20 Jahre Landesvereingung: Silberne Ehrennadel für Alfred Sauter
Alfred Sauter, MdL (links)
erhielt aus der Hand des
Landesvorsitzenden
Harmut Koschyk (rechts)
die höchte Auszeichnung,
die die Landesvereinigung
verleihen kann:
die Silberne Ehrennadel
Foto: Haas
Es war der 13. Dezember 1986. 31 Ortsvereine hoben in Ingolstadt die THW-Landesvereinigung Bayern aus der Taufe. Alfred Sauter MdL wählten die Teilnehmer zum Gründungsvorsitzenden. Fast auf den Tag genau 20 Jahre später - am 9. Dezember 2006 - wurde er dafür bei einem Festakt im Senatssaal des Maximilianeums mit der Silberenen Ehrennadel - der höchsten Auszeichnung der Landesvereinigung - bedacht. In der Festansprache zum 20-jährigen Jubiläum hob Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein nicht nur die Leistungsfähigkeit des THW hervor, er erwähnte auch die tiefe Verbundenheit seines Ministeriums mit dem Bayerischen THW und der THW-Landesvereinigung.
Knapp 200 Gäste waren der Einladung zu dieser Jubiläumsveranstaltung gefolgt. Landesvorsitzender Harmut Koschyk, MdB, konnte neben den Delegierten der Ortsvereine und den Ortsbeauftragten der THW-Ortsverbände eine Vielzahl von Vertretern aus Politik, Behörden und anderen Organisationen begrüßen, darunter stellvertretend für den Schirmherrn Landtagspräsident Alois Glück dessen Stellvertreter Prof. Dr. Peter-Paul Gantzer, MdL.
Die Wertschätzung, welche die Bayerische Staatsregierung dem THW in Bayern entgegenbringe, ergäbe sich nach Ansicht von Innenminister Dr. Günther Becksteins im Stellenwert des THW innerhalb der Gesamtorganisation des Katastrophenschutzes. Entsprechend einer Regelung im Bayerischen Katastrophenschutzgesetz sei erstmals in einem Ländergesetz festgeschrieben, dass die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk gemäß ihrer Aufgabenzuweisung nach dem THW-Helfergesetz im Katastrophenschutz mitwirke.
Die THW-Helfervereinigung titulierte der Festredner als "Lobbyeinrichtung" und "Sprachrohr" der ehrenamtlichen THW-Helfer. Wie wertvoll dieses unabhängige Sprachrohr sei, hätte man in der jüngsten Auseinandersetzung um organisatorische Verändungen im Bereich des Bundesinnenministeriums, die vermeintlich zu Lasten des THW und dessen Helfer gegangen wären, gesehen. Beckstein beeindrucke sehr die Arbeit der THW-Helfervereinigung, wenn es um ihre konsequente Jugendförderung gehe. "Darin sollte sich in unserer Gesellschaft - und vor allem die Wirtschaft - ein Beispiel nehmen", sagte der Minister wörtlich. Wer in die Jugendarbeit investiere, sichere sich nicht nur einen qualifizierten Nachwuchs, sondern leiste auch einen wichtigen und positiven Beitrag für die Stabilität unserer Gesellschaft.
Auf Ortsverbandsebene könnten nach Wissen Becksteins viele Veranstaltungen und gesellschaftlichen Aktivitäten ohne die Unterstützung der Helfervereinigung nicht durchgeführt werden. Sie unterstützten die THW-Ortsverbände beim Kauf zusätzlicher Ausstattung bis hin zum Unterhalt dieser Ausrüstung und bei der Einrichtung von Unterkünften. Durch Spenden von Material und Ausstattung würden damit die Einsatzmöglichkeiten des THW im Katastrophenschutz erweitert und speziell für die örtliche Gefahrenabwehr optimiert werden. Wörtlich sagte der Minister: "Davon proftieren wir alle."
Nach den Hochwassereinsätzen 2002 und 2005, dem Halleneinsturz in Bad Reichenhall, der Schneekatastrophe im Südosten Bayerns, aber auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft sowie der Gasexplosion in Lehrberg, Landkreis Ansbach, und dem Besuch von Papst Benedigt XVI. in Bayern habe das THW ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die Mitwirkung des THW habe gezeigt, wie wichtig und oft unabdingbar das THW bei der Krisenbewältigung sei. Dann fügte Beckstein hinzu: "Die aktuelle Sicherheitslage mit den konkreten Gefährdungen machen es unabdingbar, neben der polizeilichen Gefahrenabwehr das System des Katastrophenschutzes in Bayern optimal zu gestalten".
Froh zeigte er sich, dass inzwischen das Zusammenwirken von Feuerwehr und THW "in der Regel ausgezeichnet funktioniere". In diesem Zusammenhang begrüße er es ausdrücklich, dass sich der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, Alfons Weinzierl, und der THW-Landesbeauftragte Dietmar Löffler zusammengefunden hätten und eine gemeinsame Erklärung hinsichtlich des Rückzugs des Bundes aus dem Bereich des Brandschutzes im Katastrophenschutz veröffentlicht wurden. Beckstein: "Diese gemeinsame Erklärung ist ein wichtiger Baustein für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit."
Stellvertretend für alle anderen Hilfsorganisationen und Institutionen überbrachte die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, die Glückwünsche zum Jubiläum. Auch sie hob die Zusammenarbeit ihrer Einrichtung mit dem Bayerischen THW hervor. Alle Kräfte seien für ein reibungsloses Miteinander, wenn es darum gehe, Leben zu retten, Schaden von Menschen abzuwenden und schnell Hilfe zu leisten. Dies würde jedoch ohne die ehrenamtlichen Helfer nicht funktionieren. "Die Ehrenamtlichen halten unsere Gesellschaft zusammen", unterstrich die BRK-Präsidentin.
Neben Alfred Sauter, MdL, als Gründungsvorsitzender standen ihm damals Dieter Pfefferkron als sein Stellvertreter, Ernst Eck als Schatzmeister und Dirk-Hubertus Bosse als Schriftführer zur Seite. Während des Festaktes zum 20-jährigen Jubiläum hob der heutige Landesvorsitzende Hartmut Koschyk, MdB, die Leistungen Sauters hervor. Bereits mit 22 Jahre habe sich dieser als Mitglied des Günzburger Kreistages für das örtliche THW engagiert. Als Landesvorsitzender habe er stets gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für das THW geworben. Auch als Staatssekretär und Justizminister sei er dem THW treu geblieben. Beim Helferrechtsgesetz, welches 1990 in Kraft trat, habe Sauter mitgearbeitet. Darüber hinaus hätte er stets größtes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Helfer gezeigt. Dass das THW in das bayerische Katastrophenschutzgesetz integriert wurde, sei maßgeblicher Verdienst Sauters gewesen. Auf Grund dieses Engagements wurde der Ex-Justizminister auch mit der höchsten Auszeichnung der Bundesvereinigung, die auf Landesebene vergeben werden kann - der Silbernen Ehrennadel - bedacht. Sauer selbst freute sich über die hohe Anerkennung ("Ich nehme die Ehrung gern mit nach Hause"), fügte aber hinzu, dass er all dies ohne die Mitstreiter an seiner Seite hätte nicht schaffen können.
Johann Haas
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