THW-Landesvereinigung Bayern e. V.

 
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30.07.2008

Bundesjugendlager Trier: Amberg gewinnt Bundeswettkampf

Die THW-Jugend aus Amberg in Bayern lieferte beim Bundeswettkampf der THW-Jugend in Trier die beste Leistung. Sie wurde mit 492 von 505 maximal erreichbaren Punkten Bundessieger 2008.

Im Messepark von Trier, wo das Bundesjugendlager der THW-Jugend 2008 stattfindet, überreichte ihnen Staatssekretär Peter Altmeier vom Bundesinnenministerium den vom Schirmherrn - Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble - gestifteten Pokal. Begleitet vom Jubel hunderter Fans waren sie alle sichtbar glücklich.

Den Glückwünschen von THW-Präsident Albrecht Broemme, THW-Bundessprecher Frank Schulze, Bundesjugendleiter Michael Becker und Hans-Joachim Fuchtel, MdB, Präsident der THW-Bundesvereinigung, schlossen sich die bayerischen Fans an mit Dirk-Hubertus Bosse, stv. Landesbeauftragter, Rudolf Skalitzky, THW-Landessprecher Bayern und Siglinde Schneider-Fuchs, der stv. Landesvorsitzenden der THW-Landesvereinigung an der Spitze. Landesjugend-Ehrenvorsitzender Ronald Baumüller, der über jahrzehntelange Erfahrung im Vorbereiten und Durchführen von derartigen Wettkämpfen verfügt, konnte einen weiteren erfreulichen Abschluß eines Wettkampfes in die lange Reihe seiner Erinnerungen intergrieren. Für den THW-Vizepräsidenten Reiner Schwierczinski war es die erste und gleich sehr eindrucksvolle Erfahrung mit einem THW-Bundesjugendwettkampf. Auch er gratulierte den Bayern und allen Siegern herzlich.

Andre Stark, der bayerische Landesjugendleiter und seine Vize- Landesjugendleiterin Verena Rüth (Ortsverband Straubing), Thomas Schütz (OV Nürnberg), THW-Jugend Bezirksleiter Mittelfranken, der sich in Trier im Bundeslager für das Freizeitprogramm engagierte, Marco Hemmer (OV Gunzenhausen), Arbeitskreisleiter Bundeswettkampf und Jürgen Adelfinder (OV Neumarkt), Oberschiedsrichter freuten sich riesig mit den Jugendlichen.

Ein ausführlicher Bericht folgt im THW-Bayern-Journal.

Mannschaften aus 16 Bundesländern waren zum Wettkamkpf angetreten (ermittelt bei den jeweiligen Landesentscheiden im Vorjahr) und erledigten innerhalb von zwei Stunden die anspruchsvollen Aufgaben vor den Augen von rund 1.000 Zuschauern.

Die Amberger Wettkampfmannschaft bestand aus
Viktor Kalman
Simon Schwab
Simon Kirchner
Fabian Bleisteiner
Christina Raab
Josef Raab
Florian Schreiner
Lukas Hiersig
Nico Göbl
Andreas Triller
Lukas Peter
Michael Minks
Simon Schuster

Trainer:
Monika Simm
Marco Hubert

Mitte Mai hat die Vorbereitung für den Bundesjugendwettkampf der Amberger begonnen: Bis zu 3 Mal pro Woche trainierten Jugendbetreuerin Monika Simm und Zugführer Marco Hubert mit der Amberger Wettkampfmannschaft. In den letzten Wochen stieg die Spannung und erreichte während der Bekanntgabe der Platzierungen nach dem Wettkampf ihren Höhepunkt, der in temperamentvollem Jubel mündete, als der zweite Platz bekannt gegeben wurde – jetzt wussten sie, dass sie Sieger waren. Die Amberger waren mit 23 Jugendlichen und sechs Betreuern nach Trier gefahren und konnten dort im Hochgefühl der Siegerposition eine abwechslungsreiche Zeltlagerwoche in Trier und Umgebung verbringen. Die Schüler wurden von den Schulen für die Teilnahme vom Unterricht befreit.

Für die herzliche Aufnahme des Technischen Hilfswerks in der Moselmetropole bedankte sich der Landesbeauftragte für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland Werner Vogt bei der Stadt Trier.

Die THW-Jugend selbst beschreibt den Wettkampft auf der Homepage so:
„Besonders schnell erledigten die drei Mannschaften des gastgebenden Länderverbandes die zehn gestellten Aufgaben – bereits eine knappe halbe Stunde vor Ende der Wettkampfzeit von 120 Minuten brach kurz nacheinander in den Wettkampfbahnen von Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen Jubel aus. Alle anderen Mannschaften kämpften dennoch unbeirrt weiter – schließlich ging es in erster Linie nicht um Tempo, sondern um die maximale Punktzahl für korrekte Ausführung. Gegen 18.00 Uhr dann waren die Schiedsrichterbewertungen gesichtet und die Sieger standen fest: Mit 492 von 505 maximal erreichbaren Punkten gewannen nicht die Schnellsten, sondern der Ortsverband Amberg (Bayern) – allerdings nur mit hauchdünnem Vorsprung vor dem OV Hermeskeil, der für die Wettkampfaufgaben zwar weniger Zeit benötigte, aber nur 491 Punkte erreichte. So blieb Rheinland-Pfalz als Gastgeber lediglich der zweite Platz. Dass Geschwindigkeit alleine nicht ausschlaggebend war, zeigte sich auch beim OV Freisen (Saarland). Die Saarländer mussten sich mit 480 Punkten und dem dritten Platz begnügen, obwohl sie den Wettkampf als Erste beendet hatten.

Punkte werden sowohl für die Qualität der Umsetzung als auch für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften vergeben – beide Kriterien sind im „echten“ THW-Einsatzfall unter Umständen von lebenswichtiger Bedeutung und werden deshalb höher bewertet als das Tempo. Ein Zeitvorteil fällt erst dann ins Gewicht, wenn zwischen zwei Mannschaften Punktgleichheit besteht.

Die Aufgaben hatten es in sich: Unter anderem musste ein Holzsteg gebaut werden, um einen künstlichen Bachlauf zu überbrücken, für dessen Entstehung eigens die Mosel umgeleitet worden war. Diese Aufgabe zur Holzbearbeitung war die anspruchsvollste und langwierigste der gestellten Aufgaben. Deswegen arbeiteten die meisten Wettkampfteams parallel: einige Teilnehmer begannen damit, Vierkanthölzer zurechtzuzimmern und Bretter mit Tauen zu verbinden, während andere einen Kriechgang frei räumten, Stromkabel verlegten oder Wasser über einen Hindernissparcour transportierten. Außerdem waren zwei Verletzte aus schwieriger Lage zu bergen und mit erster Hilfe zu versorgen. Jede Mannschaft musste zusätzlich unter Beweis stellen, dass sie mit Sprechfunk umgehen und sich mit Kartenkoordinaten orientieren kann. Die bis zum Wettkampfanpfiff geheim gehaltene Geschicklichkeitsaufgabe war eine besondere Herausforderung auch für die Kommunikationsfähigkeit der Teams: mit einem Hebekissen musste eine wassergefüllte Mörtelwanne einseitig angehoben und exakt 2,5 Liter Wasser in einen Eimer umgefüllt werden – und zwar blind, nur mit Hilfe von Ansagen.“

Ergebnisse Bundeswettkampf im Einzelnen:
(Platzierung, Ortsverband, Bundesland)
1 Amberg, Bayern
2 Hermeskeil, Rheinland Pfalz
3 Freisen, Saarland
4 Bad Segeberg, Schleswig-Holstein
5 Dillenburg, Hessen
6 Künzelsau, Baden-Würtemberg
7 Hamburg-Bergedorf, Hamburg
8 Bremen, Bremen
9 Göttingen, Niedersachsen
10 Calbe, Sachsen-Anhalt
11 Pasewalk, Mecklenburg-Vorpommern
12 Team Brandenburg, Brandenburg
13 Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin
14 Wuppertal, Nordrhein-Westfahlen
15 Apolda,Thüringen
16 Görlitz, Sachsen

Im Rahmen der Siegerehrung wurden zusätzlich Sonderpreise vergeben an den Ortsverband Görlitz (Sachsen) für die jüngste teilnehmende Mannschaft (Durchschnittsalter: 13,5 Jahre) und an den OV Freisen mit dem höchsten Mädchenanteil – vier der zehn Wettkampfteilnehmer waren weiblich.

Zahlen, Daten und Fakten zum Bundesjugendlager 2008:
Teilnehmer 3300 Teilnehmer aus allen 16 Bundesländern,
darunter mehr als 550 weibliche Teilnehmer und über 1000 Erwachsene,
davon 70 Schiedsrichter für den Wettkampf
Gäste: zwei Jugendfeuerwehrgruppen aus Deutschland und eine Gruppe der polnischen Jugendfeuerwehr.
Technik:
über 400 Zelte
über 500 Fahrzeuge
Stromverbrauch entspricht einem Dorf mit 1000 Einwohnern
Stromverteilung mit zwei Kilometer Starkstromkabel
500 Stromanschlusspunkte
115 Toiletten und diverse Urinale
110 Duschen
160 Meter Abflusskanäle
400 Meter Frischwasserleitung.
Verpflegung
Während der Lagertage werden unter anderem gefuttert:
82.500 Brötchen, 1100 Kilogramm Butter, 3500 Fleischspieße, 3500 Frikadellen, 3500 Schnitzel, 700 Kilogramm Gyros, 8000 Äpfel, 8000 Birnen, 3000 Orangen, 200 Kilogramm Salat, 500 Kilogramm Aufschnitt, 600 Kilogramm Käse, 21.000 Portionen Nuss-Nougat-Creme.

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